Auszeichnungen

Auszeichnung für Fr. Prof. Regitz-Zagrosek // 29. November 2018

Wie jetzt mitgeteilt wurde, hat Herr Bundespräsident Walter Steinmeier auf Vorschlag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung am 29. November 2018 das Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an die Leiterin des GIM, Frau Professor Dr. med. Dr. h.c. Vera Regitz-Zagrosek verliehen. Diese Auszeichnung würdigt „mit großem Respekt das herausragende Engagement für die gendersensible Forschung in der Medizin“. Die Ausgezeichnete habe sich über viele Jahre hinweg um eine individualisierte und personalisierte Medizin im besonderen Maße verdient gemacht hat.

 

Förderung von zwei Klinikerinnen der Charité durch das DZHK

logo dzhkLogo BEFRI followup

DGesGM Vorstandsmitglied Dr. med. Ute Seeland (Institut für Geschlechterforschung in der Medizin) und Dr. med. Anna Brand (Klinik für Kardiologie und Angiologie), Charité – Universitätsmedizin Berlin, können sich über ein Stipendium des DZHK, Standort Berlin freuen, das ihre Habilitation unterstützen soll. Fortgesetzt werden soll die Studie zur Herz-Kreislauf Risikoevaluation bei Frauen in Berlin (BEFRI). Die 2013-2014 durchgeführte Ersterhebung zum Gesundheitsverhalten und den objektivierbaren kardiovaskulären Risikofaktoren bei Frauen aus allen Berliner Bezirken im Alter von 20 – 75 Jahren, wird 5 Jahre danach als longitudinale Datenerhebung fortgesetzt. Die Klinikerinnen und Wissenschaftlerinnen fanden heraus, dass die Messung der Gefäßsteifigkeit der großen arteriellen Gefäße durch die Bestimmung der Pulswellengeschwindigkeit (PWV >9,7 m/s) zusätzlich zu einem Taillenumfang >80 cm bei postmenopausalen Frauen mit einem erhöhten Risiko für eine diastolische Funktionsstörung des linken Ventrikels assoziiert ist.
[1] Auch funktionelle Veränderungen des linken und rechten Vorhofs konnten bei diesen Frauen mit diastolischer Funktionsstörung des Myokards nachgewiesen werden. Nun soll untersucht werden, was diese Veränderungen über 5 Jahre über die Entwicklung des Gesundheitszustandes voraussagen.
 

Img Pulswellengeschwindigkeit
Abb.: Pulswellenanalyse zur Messung der Pulswellengeschwindigkeit und der Druckerhöhung in der Aorta bei zunehmender Gefäßsteifigkeit.

Die Ergebnisse können einen wertvollen Beitrag zum Verständnis der Gefäßalterung liefern und sowohl biologische als auch soziokulturelle Risikofaktoren identifizieren, die zu einer Einschränkung der diastolischen Funktion führen könnten. Ein wichtiger Schritt in Richtung geschlechtersensible Risikoberatung.


[1] Seeland U, Brecht A, Nauman AT et al. Prevalence of arterial stiffness and the risk of myocardial diastolic dysfunction in women. Biosci Rep. 2016 Oct 27;36.

 

Ehrenmitgliedschaft für Frau Margarete Ammon

Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin e.V.
21. September 2018

Ehrenmitgliedschaft Frau Ammon | September 2018Ehrenmitgliedschaft Frau Ammon | September 2018Ehrenmitgliedschaft Frau Ammon | September 2018

Die DGesGM hat der bayerischen Unternehmerin und Stifterin Margarete Ammon
die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Margarete Ammon wollte eigentlich künstlerisch tätig werden und begann, Architektur zu studieren, daneben Betriebswirtschaft. Der 2. Weltkrieg durchkreuzte ihre Pläne. Sie packte an und gründete bereits 1949 zusammen mit ihrer Schwester die Kithan Grundstücks- und Handelsgesellschaft, die sie mit Tatkraft und Fleiß zu dem Erfolg führte, der heute noch anhält. 1963 übernahm sie zusammen mit ihrer Schwester die Leitung der elterlichen Fleischwerke Zimmermann im schwäbischen Tannhausen. Nach dem Tod der Schwester 1972 führte Frau Ammon den Betrieb alleine, und so erfolgreich, dass sie ihn 1989 veräußern und ihren Mitarbeitern eine dauerhafte Lebensbasis mitgeben konnte.

1995 hat sie die Margarete-Ammon Stiftung gegründet und 2002 in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelt. Ihr Vorsitz, ihre Ideen, ihr Willen haben die Arbeit der Stiftung entscheidend geprägt. Für ihr soziales Engagement und für ihr unternehmerisches Wirken wurde sie mehrfach ausge¬zeichnet. Sie ist Ehrenbürgerin ihrer Heimat Stadt Tannhausen, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, des bayerischen Verdienstordens und Ehrensenatorin der technischen Universität München.

Mit dem Institut für Geschlechterforschung in der Medizin (GIM) an der Charité, Universitätsmedizin Berlin, arbeitet sie seit nahezu zehn Jahren zusammen. Bereits zu dieser Zeit war sie an der Förderung von Frauen in der Medizin und an der Untersuchung von Geschlechterunterschieden in der Medizin interessiert. Das war damals außerordentlich und absolut innovativ. Die großen Forschungsförderorganisationen, DFG, BMBF und Universitäten lehnten Gender-Medizinprojekte damals durchwegs ab. Frau Ammon war hier eine absolute Ausnahme und nur mit Ihrer Hilfe ist es dem GIM gelungen, sich zu behaupten und eine internationale Spitzenposition zu erlangen.

Seit 2008 hat Frau Ammon das GIM immer wieder unterstützt, mit Geld, das für die Unterstützung einzelner Wissenschaftlerinnen und für die Förderung einzelner Projekte eingesetzt werden konnte, die sonst aus dem Rahmen gefallen wären und hätten abgebrochen werden müssen. Und nur mit Ihrer Hilfe konnten sehr viele dieser Projekte erfolgreich beendet werden, konnten Wissenschaftler¬innen zur Habilitation oder zur Dissertation geführt werden. Mittlerweile ist das GIM weltweit aktiv und führend in der Entwicklung der Gendermedizin. All dies wäre und ohne die nachhaltige Förderung durch die Margarete Ammon Stiftung nicht möglich gewesen.

 

 

Pressemitteilung: 14. Oktober 2016 (© Staatsministerium für Gesundheit und Pflege)

Frau Dr. Astrid Bühren mit der Bayerischen Staatsmedaille für die Bereiche Gesundheit und Pflege ausgezeichnet

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege verlieh im Oktober die Bayerische Staatsmedaille an zehn Persönlichkeiten für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement. Unter den Preisträgern war auch DGesGM-Vorstandsmitglied Frau Dr. Astrid Bühren, die sich als Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes seit vielen Jahren für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzt. Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml betonte „ihr unermüdliches Engagement in der Hospizarbeit“ und lobte ihren Einsatz für die Überarbeitung der Mutterschutzgesetzgebung.

Auch die DGesGM möchte sich an dieser Stelle bei Frau Dr. Astrid Bühren für ihren Einsatz und ihr Interesse an der Gender-Medizin herzlich bedanken. 

 

Ehrenmitgliedschaft von Herrn Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Roland Hetzer

Laudatio Roland Hetzer von Vera Regitz-Zagrosek

Die Laudatio auf einen der großen Mentoren der Geschlechterforschung in der Medizin in Berlin Herrn Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Roland Hetzer hielt am 22. September 2015  Frau Prof. Dr. med. Dr. h. c. Vera Regitz-Zagrosek (im Bild links).

Ehrenmitgliedschaft-Roland-Hetzer

Roland Hetzer hat sich am Deutschen Herzzentrum Berlin seit 2003 für die Implementierung der Geschlechterforschung stark gemacht.

Er gehört zu den großen Persönlichkeiten in der Entwicklung der deutschen Herzchirurgie. Nach seinen Lehrjahren u. a. in Stanford und in Hannover hat er seit 1986 das Deutsche Herzzentrum Berlin zu dem führenden deutschen Zentrum ausgebaut. Er wurde weltweit geehrt und mit seinen Kollegen, den Professoren Edward Carpentier, Francis Robiscek, Michael E. DeBakey gehörte er zu den führenden Herzchirurgen in Europa. Seit 2002 hat er die Gendermedizin am Deutschen Herzzentrum Berlin unterstützt, durch Unterstützung von Studien, Aufbau eines Laborbereiches, Veranstaltung der jährlichen Tagung in der Gesellschaft im Deutschen Herzzentrum Berlin und über 55 Arbeiten zu Genderthemen, die er gemeinsam mit Prof. Regitz-Zagrosek publiziert hat.

Ein großartiger Arzt und Chirurg mit weltweiter Popularität, dabei ein extrem zuverlässiger Freund und Unterstützer der Gendermedizin.

 

Ehrendoktorwürde Frau Prof. Dr. Regitz-Zagrosek

Für ihre herausragenden Verdienste auf dem Gebiet der Gender-Medizin ist
Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek
am 25. Oktober 2014
mit einem Ehrendoktorat der Medizinischen Universität Innsbruck geehrt worden.

Ehrendoktortitel Dr. Regitz-Zagrosek 2014

Die Internistin und Kardiologin ist Direktorin des Instituts für Geschlechterforschung in der Medizin (GiM) der Charité. Sie hat die deutschlandweit einzige Professur für Frauenspezifische Gesundheitsforschung mit Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen inne.

Sie erforscht Unterschiede und Gemein-samkeiten von Männer- und Frauen-Herzen und die Verbesserung der Therapie für beide. Derzeit koordiniert sie zwei EU-geförderte Projekte, darunter eine Roadmap zur Implementierung von Gender in der Europäischen Gesund-heitsforschung (EUGenMed) und ein Projekt der Grundlagenforschung (RADOX) sowie eine DFG Forschergruppe (Geschlechterunterschiede bei Myokardhypertrophie) und den Berliner Standort des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislaufforschung.

Sie hat mehr als 200 Artikel in international renommierten Fachzeitschriften sowie über 30 Buchkapitel publiziert. Sie ist Herausgeberin zweier europäischer Standardwerke zur Gender-Medizin und zur geschlechtsspezifischen Arzneimitteltherapie. Seit 2007 ist sie Gründungspräsidentin der Deutschen und der Internationalen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin (DGesGM, IGM).