Projekte & Arbeitsfelder

BEFRI Berliner Frauen Risikoevaluation

Frauen sind weltweit über Ihr Risiko an Herz-Kreislauferkrankungen zu erkranken und zu versterben, unzureichend informiert. Studien aus den USA dokumentieren wie selbst in jüngeren Jahren das Risiko von Krebserkrankung und assoziierter Mortalität weit überschätzt wird im Vergleich zu kardiovaskulären Erkrankungen. Eine solche Fehleinschätzung verbindet sich mit mangelndem bzw. ungenügendem Präventivverhalten.

Einige Risikofaktoren und protektive Faktoren unterscheiden sich bei Frauen und Männern, wie in großen Kohortenstudien belegt werden konnte (u.a. der Gutenberg-Gesundheitsstudie). Depression, Rheumatische Erkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen könnten bei Frauen eine zunehmend große Rolle spielen. Weiterhin sind frühe traumatische Lebenserfahrungen mit einer markanten Sensibilisierung neuroendokriner und kardiovaskulärer Stressreaktionen im Erwachsenenalter sowie einer gesteigerten proinflammatorischen Aktivität assoziiert.

Um sowohl das objektive kardio-vaskuläre Risiko als auch dessen subjektive Einschätzung in prä-, peri- und postmenopausalen Frauen zu untersuchen werden in einer Querschnittsstudie 1000 Frauen aus der Berliner Bevölkerung zwischen 25 und 75 Jahren untersucht. Zur Definition des objektiven Risikoprofils werden klinische, demographische und psychosoziale Variablen erfasst, die zur Errechnung spezifischen Risikoscores (Mosca Score) verwandt werden. Die Einschätzung des eigenen Risikoprofils, Offenheit gegenüber Präventivangeboten und Hindernisse in deren Wahrnehmung sollen aufgedeckt werden. Weiterhin soll untersucht werden, ob frühe Stress-Erfahrungen mit einem standardisierten Risikoindex für kardiovaskuläre Störungen bei Frauen assoziiert sind und ob dieser Zusammenhang durch veränderte physiologische Marker der Stressreaktion und Inflammation vermittelt wird.

 

Das Studienteam:

Studienleitung: Prof. Dr. med.  Vera Regitz-Zagrosek

Studienteam: Mirjam Rücke, M.Sc., Dr. Sabine Oertelt-Prigione, MScPH, Dr. med. Ute Seeland, Serpil Dal, Study Nurse

Studentische Mitarbeiter: Sarah Hiltner, Carmen Reiss, Ani Stoyanova, Daniela Wollmach

Kooperationspartner: PD Dr. med. Renate Schnabel, Prof. Dr. rer. nat. Christine Heim, Prof. Dr. med. Agnes Flöel, Dr. rer. medic. Friederike Kendel, Dr. Wolfgang Gaissmaier, PhD, Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Roland Hetzer

Das Projekt wird unterstützt von:
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eGender logo greeneGender – Kommunikations- und Weiterbildungsplattform

eLearning Kurse „eGendermedizin“ und „eGender Medicine“
jetzt online!
 

Webseite: egender.charite.de

 

Nutzen Sie die vom Institut für Geschlechterforschung in der Medizin, Charité-Universitätsmedizin Berlin, entwickelte Webseite für Ihre persönliche Fortbildung und zum Management Ihrer eigenen Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen zur Gendermedizin.
 

Screenshots des eGendermedizin-Projektes

Screenshot der Startseite des eGendermedizin-Projektes der Charité Berlin   Screenshot einer Inhaltsseite des eGendermedizin-Projektes

 

 

Wir bieten Ihnen systematisch aufgearbeitetes, wissenschaftlich anerkanntes Lehrmaterial in acht internistischen Disziplinen zur Gendermedizin! Die Lerninhalte basieren auf dem europäischen Curriculum für Gendermedizin, welches von ExpertInnen aus sechs Ländern entwickelt, in Sommerschulen erprobt und von der Autorin der eGender Plattform Dr.med Ute Seeland zum Mastermodul weiterentwickelt wurde.
Durch das Angebot unterschiedlicher „Lernwerkzeuge“ wie Lerntexte, auch im eBook Format, audiovisuelle Materialien mit 30 Lehrvideos, zahlreiche Grafiken im PowerPoint Format und Quizfragen zur Selbstüberprüfung, bieten wir Ihnen ein effektives, flexibles und modernes Lernformat, welches aufbauend auf Ihren persönlichen Erfahrungen Ihre Neugierde weckt und zur Diskussion mit anderen Interessierten einlädt.
Nach Abschluss eines Moduls sollten Sie befähigt sein, biologische und soziokulturelle Geschlechterunterschiede in einer Fachdisziplin zu erkennen und individuelle Handlungsstrategien für Ihre praktische Tätigkeit abzuleiten.
Wir wünschen uns, dass sich über die inhaltliche Arbeit eine aktive Fachgesellschaft „Gendermedizin“ entwickelt mit dem Ziel, die Gesundheitsversorgung für Frauen UND für Männer weiter zu verbessern.


Projekteinführung:
20.02.2014 auf dem Abschlusssymposium GenderMedDB in Berlin

Das Team:
Dr.med. Ute Seeland – Projektkoordinatorin und Autorin
A.Tauseef Nauman MScPH – Systemadministrator und Webdeveloper
Prof. Dr. med. Vera Regitz-Zagrosek – Projektleitung.
In Zusammenarbeit mit Björn-Oliver Gohlke MSc., Dr. Mathias Dunkel und Prof. Robert Preissner der Structural Bioinformatics Group, Charité Berlin-Buch.
 

Das Projekt wurde unterstützt vom: Logo-BMBF

 

Forschung

Pilotprojekt Gendermedizin (DHZB Berlin)

Das BMBF fördert ein Pilotprojekt Gendermedizin am DHZB. Kernstück ist eine umfassende Literaturrecherche zu Elementen der Gendermedizin. Es soll herausgearbeitet werden, welche molekularen und zellulären Mechanismen durch das Geschlecht wesentlich beeinflusst werden und bei welchen Krankheitsbildern Geschlechtsspezifische Mechanismen eine zentrale Rolle spielen, wo dies in der Therapie gilt und inwieweit die Fachgesellschaften die Rolle von Geschlecht berücksichtigen. Die Ergebnisse sollen auf einer Abschlußtagung in 2010 präsentiert werden. Alle DGesGM Mitglieder sind eingeladen, sich zu beteiligen.

 

Forschergruppe 1054 (Charite Berlin)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert an der Charité eine Forschergruppe "Geschlechtsspezifische Mechanismen bei Myokardhypertrophie (FOR 1054)". Sprecherin ist die Direktorin des in Deutschland und Europa einzigartigen Instituts für Geschlechter­forschung in der Medizin (GiM) an der Charité, Frau Prof. Vera Regitz-Zagrosek.

Dies ist die erste Forschergruppe der DFG, die gezielt geschlechtsspezifische Mechanismen bei den häufigen Volkskrankheiten bearbeiten. Myokardhypertrophie, ein krankhaftes Wachstum des Herzmuskels, ist die häufigste Ursache der Herzschwäche, ein Krankheitsbild, das 10% der Menschen über 70 in unserer Gesellschaft betrifft und eine der häufigsten Todesursachen in allen westlichen Gesellschaften ist.

Mehr Frauen als Männer sind betroffen und die Symptome, Verlauf und Therapie des Krankheitsbildes unterscheiden sich bei beiden Geschlechtern. Die Ursachen dafür sind bisher weitgehend ungeklärt.

In der jetzt geförderten Forschergruppe arbeiten sieben Arbeitsgruppen aus der Charité und dem Max-Delbrück-Zentrum zusammen. Die Wissenschaftler/innen untersuchen Tiermodelle für Herzkreislauf­erkrankungen auf Geschlechterunterschiede. Sie konzentrieren sich auf die molekularen Mechanismen, die diesen Unterschieden zugrunde liegen und dabei insbesondere auf die Wirkungen von Östrogenen und Androgenen im Herzkreislaufsystem. Die Gruppen kommen aus den Fächern Kardiologie, Nephrologie, Molekularer Medizin, Biochemie, Genetik und Pharmakologie. Die Forschergruppe wird vorerst für drei Jahre mit einem Volumen von insgesamt 2,7 Mio. Euro von der DFG gefördert. Geschlechtsspezifische Aspekte werden nicht nur in der Auswahl der Forschungsthemen umgesetzt. Unter den Projektleiter/innen sind 30 %, damit überdurchschnittlich viele Frauen.

Damit realisiert die Forschergruppe auch die derzeit hochaktuelle Forderung der Universitäten und der DFG nach einer stärkeren Beteiligung der Frauen am Wissenschaftsprozess.

Zur Webseite: http://www.dfg.de/forschungsfoerderung/koordinierte_programme/forschergruppen/liste/for_detail_1054.html

 

Graduiertenkolleg 754

(2001-2010)

In dem Kolleg “Geschlechtsspezifische Mechanismen bei Myokard-Hypertrophie“ (gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG) kooperieren 12 ProjektleiterInnen der Charité, davon 8 des Center for Cardiovascular Research CCR, und des Deutschen Herzzentrums Berlin.

Es besteht aus vier eng miteinander verbundenen Modulen: Tiermodelle bei Hypertrophie, funktionelle Genome und Proteome, geschlechtsspezifische molekulare Mechanismen und klinische Geschlechtsaspekte bei Herz-Kreislauferkrankungen. Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. med. Vera Regitz-Zagrosek analysiert die geschlechtsspezifische Regulierung des Energiemetabolismus und seinen Einfluss auf die Herzfunktion. Die Dysregulierung von Fettsäureoxidation und Glukosenutzung in pathologischen Leiden wie Adipositas und/oder Diabetes führt zur kardialen Dysfunktion über toxische Zwischenprodukte, negativen Energieabgabe und Lipo- oder Glukotoxizität. Darüber hinaus werden die Matrixsynthese und ihre Kontrolle durch Östrogen analysiert.

Ein Ziel ist es, Transkriptionsfaktoren zu identifizieren und ihre mutmaßlichen Bindungsstellen innerhalb der Promoterregion von Matrix-Metallproteinasen (MMP-2) und anderen matrixbezogenen Genen zu charakterisieren.

Zur Webseite: http://gender.charite.de

 

Gleichstellung

 

Forschungsorientierte Gleichsstellungsstandards der DFG

 

Die DFG hat im April „Forschungsorientierte Gleichstellungsstandards“ verabschiedet, die in den nächsten Jahren von allen Universitäten umgesetzt werden sollen. Sie beinhalten die Erhöhung des Frauenanteils auf allen universitären Karrierestufen und die Förderung der Geschlechterforschung. Die DGesGM unterstützt die Entwicklung und Implementierung dieser Standards.

Link: http://www.dfg.de/dfg_im_profil/aufgaben/chancengleichheit/standards.html